Artbeschreibung: Die Oberseite der Tiere ist grau bis graubraun gefärbt, mit zahlreichen dunklen Flecken bedeckt und sehr warzenreich. Die Unterseite ist weißlich und gekörnt. Die gedrungen wirkenden Tiere werden bis 50 mm groß. Der Kopf verläuft zugespitzt, wobei hier die senkrechte Pupille der Augen als ein typisches Artmerkmal auffällt. Zur Paarungszeit verraten die Ruflaute der Männchen aus ihren Verstecken heraus ihre Anwesenheit. Das hört sich an, als ob kleine Glöckchen geläutet werden. Deshalb wird sie in manchen Gegenden auch Glockenfrosch genannt.

Besonderes (Verhaltensmerkmale): Nach der Eiablage der Weibchen und der Befruchtung übernehmen die Männchen die Eiballen, die aus über 70 Eiern bestehen können. Diese werden an Land solange auf dem Rücken umher getragen, bis die Larven aus den Eiern zu schlüpfen beginnen. Ist dieser Zeitpunkt erreicht, eilen die eiertragenden Männchen zu einem Gewässer, um die schlüpfenden Larven zur weiteren Entwicklung absetzen zu können.
Lebensraum/Lebensweise/Biologie: Wie auch die Gelbbauchunke sind Geburtshelferkröten Bewohner des Berg- und Hügellandes. Sie bevorzugen sonnige Lebensräume: kleine Teiche, Tümpel und Fahrspurrinnen mit angrenzendem, versteckreichem Offenland. Besonders Abgrabungsgebiete wie Steinbrüche und Sandgruben mit Kleingewässern zählen vielerorts zu ihren wichtigsten Lebensräumen. Aber auch in Ortschaften, wo Dorfteiche und alte Gemäuer zu finden sind, hat sie sich angesiedelt. Erwachsene Tiere ernähren sich von Insekten, Asseln, Spinnen und Tausendfüßlern. Durch ihre nächtliche Lebensweise haben erwachsene Tiere kaum Feinde. Im Oktober/November ziehen sich die Tiere in ihre Überwinterungsplätze zurück.
Verbreitung: In Deutschland sind die Vorkommen auf den zentralen Teil West- und Mitteldeutschlands beschränkt. Das Verbreitungsgebiet in Thüringen reicht vom Westlichen Thüringer Wald bis in den Harz hinein. Im Naturpark sind im Obereichsfeld die größten Populationen Thüringens zu finden. Im Werratal und im Hainich sind nur wenige Vorkommen bekannt.
Gefährdung und Schutzmaßnahmen: Die Vernichtung oder das Verfüllen von neu entstandenen Feuchtlebensräumen in aufgegebenen Abbaugruben ist einer der Hauptgründe, die zum Rückgang der Art führen. Sie steht deshalb auf der Roten Liste der stark bedrohten Tierarten.